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Andacht August

Screenshot 32

                                         Steinachklamm, Oberfranken

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu schlachten und zu verderben. Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und [es in] Überfluss haben. Joh 10,10 (Elb)

„Ich wollte mir doch nur mit meiner Frau den einen Wunsch erfüllen, dass wir unser Kind auf Teneriffa großziehen können!“ - lautete die Erklärung eines Räubers in einem Krimi, den ich vor einiger Zeit sah.

„Ich wollte doch nur…“ ist so etwas wie ein Standardsatz, wenn die Erkenntnis gekommen ist, dass zu viel ICH im Spiel war. Wer sich nur um sich selbst dreht, immer das Gefühl hat, zu kurz zu kommen, gerät in große Gefahr, selbst anderen Unrecht zu tun. Wer sich um jeden Preis selbst Recht verschaffen möchte, kommt oft auf unrechte Gedanken, auf die dann auch unrechte Taten wie Diebstahl, Betrug und mehr folgen können. Das sind dann nicht nur die Diebe, die nachts und heimlich kommen, die nur immer ihr Bestes wollen, nämlich das Geld derer, die sie beklauen. Es gibt auch die raffinierten Diebe, die mit großartigen Versprechungen ihres Autos, Reinigungsmittels usw. so maßlos übertreiben, dass man es am Ende viel zu teuer gekauft hat.

Sogar die heute üblichen Rezessionen bei Versandhändlern sind nicht immer so vertrauenswürdig, wie sie aussehen. Vor einiger Zeit bot mir ein Verkäufer an, dass ich einen Artikel gratis bekomme, wenn ich ihn anschließend bewerte. Das tat ich. Es gab 3 von 5 Sternen, weil das Produkt nicht besser war. Daraufhin wurde ich mit Mails und Angeboten bombardiert, dass ich das doppelte Geld bekäme, wenn ich dafür 5 Sterne vergeben würde. Ich verzichtete auf das Geld, wollte ehrlich bleiben - gleichzeitig fragte ich mich, wie viele den Verlockungen des Geldes erlegen sind und wie viele Superbewertungen Betrug sind. „Der Ehrliche ist immer der Dumme“ lautete mal ein Buchtitel, der ziemlich genau den Nerv unserer Zeit traf.

Wer regelmäßig erlebt, dass er von allen über den Tisch gezogen wird, der fragt sich schnell: Warum sollte das bei Gott anders sein? Die Göttergeschichten, die man sonst so liest und glaubt, da geht es ebenfalls selten nur ehrlich zu. Warum sollte dann ausgerechnet der Gott der Bibel es gut mit uns und nicht nur mit sich meinen?

Dabei gibt es einen ganz einfachen Grund dafür: Nur der Gott, der sich uns in der Bibel vorstellt, liebt dich, mich, uns wirklich, ehrlich und von Grund auf! Wo echte Liebe herrscht, gibt es kein Unrecht, da wird keiner über den Tisch gezogen, da nimmt sogar der eine für den anderen gern etwas auf sich.  Eben das hat unser Gott auch für uns alle getan! In Jesus ist er Mensch geworden, um uns den Ausweg aus unserem menschlichen Dilemma, unserer Sinnlosigkeit und Gottesferne zu schaffen.

Während Diebe nur an sich denken, hat Jesus nur an uns gedacht. Das war sein Antrieb, Mensch zu werden, für uns zu leben, zu sterben, aufzuerstehen und in den Himmel zu fahren. Während Diebe die Schafe schlachten, um gut zu leben, hat Jesus sich schlachten lassen, damit wir leben können. Während

Dieben egal ist, dass ihre Beutezüge andere arm machen, damit sie reich sein können, wurde Jesus als Mensch arm, um uns reich zu machen.  Weil Jesus uns ein unbeschwertes Leben, ein Leben im „Überfluss“ schenken möchte, gab er sein Leben her.

Wer das erkannt und begonnen hat, mit Jesus zu leben, Kind Gottes zu sein, der darf aus dem Überfluss der Vergebung, des Segens Gottes leben und muss nicht mehr sagen „Ich wollte doch nur für mich…“, sondern er darf sagen: Weil Jesus mir alles gibt, will ich für dich auch alles geben. Ich will für Jesus leben, damit auch andere das Leben im Überfluss finden können.

Walter Undt